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Sonntag, 10. April 2011

Was alles auf zwei Rädern transportiert werden kann...

Fahrräder, Roller, Scooter, Motorräder und alles was auf zwei Räder fährt ist das wichtigste Transportmittel hier in Südostasien, vor allem habe ich das in Laos, Vietnam und Kambodscha. Habe mal ein bisschen meine Fotos durchforstet und hier ein paar Fotos, was alles damit transportiert werden kann. Ich war oft sehr überrascht, wie das alles möglich ist, aber wo ein Wille, da ein Weg. Weitere gibts auf Picasa: Transportmittel Motobike

Blumen?!? Mal schenll einen Strauß Blumen für die Liebste?


Eine gefährliche Ladung - Eier!

Natürlich das wichtigste: ganze Familien passen auf ein Motobike - mit Omi oder Opi hinten draufgepackt.

Oder die Kinder halten sich irgendwie wo fest!


Oder Familien, die vom Einkauf nach Hause fahren!

Manchmal hat aber auch der Fahrer keinen Platz mehr...

Wichtige Dinge für den Haushalt: ein Fahrrad voller Körbe, wo man das Fahrrad schwer erkennen kann und eine Staubwedel und Besen Verkäuferin.


Das sieht eng aus - wahrscheinlich musste sich der Fahrer zuerst raufsetzten und dann packten sie die Teppichrollen drauf.

Süßigkeiten!!!

Der hat den Durchblick

Bunte Luftballone im drüben Straßenverkehr

Frisches Obst und Gemüse werden durch die Gegend gefahren, direkt vom Rad verkauft weiß man, das die sicher frisch sind.


Sieht schwer aus.

Sonntag, 20. Februar 2011

Ab nach Kambodscha

Endlich wieder mal etwas besseres Internet!!

Die 4000 Inseln waren einfach ein Traum, ich war auf einer der kleineren Inseln, Don Det, vor allem mit einem Bungalow für 3 Euro mit Sicht auf den Mekong Fluss.

Was mich aber gewundert hat, dass doch sehr viele Einheimische hier auf diesen Inseln wohnen, alle natürlich verdienen am Tourismus, haben Gästehäuser und Restaurants, aber trotzdem fühlte es sich alles sehr angenehm und nicht überlaufen an. Es war schön, den Leuten zuzugucken, wie gemütlich und zufrieden sie hier leben und wie die Kinder hier groß werden, jeden Tag tummeln sie sich im Wasser.

Es ging am ersten Tag mal mit dem Rad auf eine andere Insel, Don Det, wo man auch einen Bootsausflug zu einem bestimmten Platz machen kann, wo es die Irrawaddy Delphine gibt, die stark vom Aussterben bedroht sind und es nur mehr eine handvoll davon gibt. Ich habe nicht erwartet, welche zu sehen, aber wir haben dann wirklich einige im Wasser herumhüpfen sehen. Am ersten Tag hatte dann mein Rad einen Platten, ich durfte zwei Stunden in brütender Hitze zurücklatschen. Am zweiten Tag hab ich mir dann nochmals ein Rad geliehen, das musste ich dann bei einem Wasserfall abgeben, das wurde „bewacht“ von zwei Burschen und musste auch ein bisschen etwas bezahlen, als ich zurückkam, war es nicht mehr da…. Aber ich bekam irgendein anderes… Ich glaube, das ist auf der Insel sowieso egal, so groß ist die nicht, alle Leute kennen sich und irgendwie finden die Räder wieder ihren Besitzer.

Wasserbüffeln gibt es in gesamt Laos und hier in den 4000 Inseln habe ich denen mal genauer zugeguckt, die lieben wirklich das Wasser, hängen im Fluss ab und tauchen mit den Köpfen unter, total witzig.

Nach einer sehr entspannenden Zeit auf den 4000 Inseln ging es über die Grenze nach Kambodscha, nach Ban Lung, einem Dorf im Nordenosten von Kambodscha.
Der Grenzübergang war wieder interessant, dieses Mal mussten wir bei jedem Grenzbeamten, der etwas machte, egal ob uns ein Formular aushändigte, den Reisepass abstempelte oder einen Quarantäne Check machte, 1 oder 2 Dollar abgeben, das sicher nicht in die Regierungskasse läuft sondern direkt in deren Tasche. Wenn man das aber nicht bezahlt, kommt man auch nicht über die Grenze.

Die ersten Eindrücke von Kambodscha sind etwas enttäuschender, die Dörfer sind dreckiger, viel mehr Müll liegt auf den Straßen, die Landschaft nicht so schön wie in Laos.

Viel mehr Leute hier in Kambodscha sprechen gut Englisch, man wird schnell mal wo auf Englisch wo angesprochen, in Laos musste man schon mehr mit Händen und Füssen kommunizieren und die Leute waren oft auch sehr, sehr schüchtern.
Die Busfahrten sind auch nicht so aufregend und abenteuerlich wie in Laos, die Busse Gott sei Dank sogar klimatisiert, ABER dafür wird hier immer auf dem Fernseher im Bus Karaoke gehört und ich kann schön langsam die Musik nicht mehr hören, aber ich bin froh, das noch keiner angefangen hat, im Bus mitzusingen.

Was mich am Anfang sehr irritiert hat war die Kleidung der Frauen hier. Die laufen in Pyjamas durch die Gegend, das erste Mal hat mir eine das Frühstück in einem gelben Pyjama mit Micky Mouse drauf gebracht. Die laufen damit den ganzen Tag durch die Gegend, wie auch diese Frau im blauen Pyjama beim Morgentratsch.

Aber der erste Markt hier in Kambodscha war der Wahnsinn, mir ist das erste Mal so richtig schlecht geworden, als ich in die „Fleischabteilung“ kam. Einen Gestank hatte es, Wahnsinn.

Die Frauen saßen auf den Tischen, daneben lag das Fleisch, natürlich ungekühlt und mit ein paar Fliegen drauf. Der Markt ist in einer riesigen Halle und da es doch sehr heiß ist hier, ist es stickig in dieser Halle. Ein paar Versuchen zwar mit lustigen Wedeln (Plastiktüten auf Stecken montiert) die Fliegen zu vertreiben, aber auf Dauer ist das halt auch keine Lösung. Und was es alles für Fleisch gab, oh mein Gott, einfach nur ALLES. Ich war froh, wieder an die frische Luft zu kommen, das war mir echt mal ein bisschen zuviel.



Es ging dann mal für zwei Tage auf ein Trekking in den Dschungel, wo wir auch im Dschungel auf einer Hängematte übernachtet haben, total super. Wir hatten einen Tourguide und einen Koch dabei, beide junge Burschen und es war ziemlich witzig mit ihnen, das Essen das sie gekocht haben war ausgezeichnet. Habe auf diesen zwei Tagen wieder viel neue Sachen gesehen, Ceshewnuts Bäume, verschiedene andere Früchte, Gekkos haben wir gehört und das man aus Bambus ganz einfach viele Sachen machen kann, wie Gläser, Stäbchen zum Essen, Löffeln usw. und wie man mit den lokalen Leuten Reisschnaps trinkt.


Das Wetter wird hier auch immer heißer, das merkt man mit jeder Stadt oder Dorf, das man südlicher geht. Der Norden von Laos war richtig herbstlich, ohne Jacke und Haube ging da nicht viel, hier ist heiß mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Was mir hier in Asien aufgefallen ist sind die Katzen, die einen angeschnitten Schwanz haben, es gibt wenige Katzen deren Schwanz nicht abgeschnitten ist. Ich habe aber dafür noch keine Antwort, das muss ich erst noch herausfinden, normal ist das jedenfalls nicht.

Seit heute bin ich in Siem Reap und es ist heiss hier! In den nächsten Tagen geht es dann zu den Tempeln of Angkor, bin schon sehr gespannt drauf.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Verbombtes Laos

Nach Luang Prabang ging es weiter nach Phonsavan, die Hauptstadt einer Provinz im Norden. Leider hat diese Gegend (und auch große Teile im Süden) eine traurige Geschichte, beim Vietnamkrieg wurde Laos stark von den Amerikanern bombardiert (Secret War, 1964 - 1975). Teilweise sind Flugzeuge vom Stützpunkt von Thailand nach Vietnam geflogen, wenn diese beim Rückflug noch Bomben am Flugzeug hatten (weil sie angegriffen wurden oder wie auch immer), wurden sie einfach in Laos abgeworfen. Zusätzlich hat aber Amerika auch noch versucht, den Ho Chi Minh Trail zu beschädigen, das war ein Weg zwischen dem geteilten Vietnam, um den Süden Vietnams zu versorgen. Der Weg verlief aber nicht durch Vietnam, sondern der größte Teil durch Laos und ein bisschen durch Kambodscha.
Man sagt, das über 9 Jahre alle 8 Minuten ein Flugzeug über Laos flog und Bomben abwarf!!!!! Es wurden insgesamt 2 Millionen Tonnen Sprengstoff in Laos abgeworfen, mehr als im zweiten Weltkrieg, etwa 30 Prozent dieser Bomben sind beim Auftreffen am Boden nicht explodiert. Man sieht jetzt noch viele Bombenkrater, die teilweise von den Leuten als Fischerteiche verwendet werden. Es gibt auch noch viele Bomben in Laos, die im Boden liegen und noch aktiv sind, so genannte UXOs. Die Statistik gibt an, dass jeden Tag ein Laote an einer dieser Bomben stirbt, weil die Bombe durch Erschütterungen plötzlich doch hochgeht. Vor allem Bauern, die ihre Felder bewirtschaften wollen oder Kinder, die es fälschlicherweise als Spielzeug wahrnehmen sind davon betroffen.

Es gibt auch viele, die mit den Bomben und Metallresten Geld machen und es an illegalen Dealern verkaufen, das ist für viele Familien die einzige Lebensgrundlage – viele können ihre Felder aufgrund der UXOs nicht bewirtschaften. Es wird nur sehr langsam (aber doch) das Land von Bomben bereinigt, aber natürlich ohne Geld oder Hilfsmitteln von Amerika. Die Leute in diesen Regionen sind geprägt von den Bomben, deprimiert, weil sie ihr Land nicht bearbeiten können oder nur sehr langsam... und somit auch die Familie nicht ernähren können. Viele Landwirte verlieren Beine und Arme bei einer Explosion, viele Familien können sich aber die Arztkosten nicht leisten.

Wir haben uns dann Bombenkrater angeguckt, die Gegend sieht teilweise noch genauso aus wie nach dem Krieg, kahl und überrall Löcher im Boden, die ganz schön gross sind.

In dem Gebiet haben wir dann auch noch eine Bombe von einer Clusterbombe im Boden gesehen - Mitten am Feld mit einem Stein markiert! Keine 500 Meter daneben ist ein Dorf mit kleinen Kindern. Da hat es mir mal die Gänsehaut aufgezogen.

Eine Clusterbombe (Streubombe) ist eine Bombe mit etwa 300 kleinen Bomben drinnen, sogenannten "Bombies" die bei der Aktivierung der grossen Bombe freigelassen werden und ein Gebiet von mehreren Fussballfeldern zerstören - also eine Bombe die die Bevölkerung auslöschen soll.

Einige Dörfer sind richtig mit Bombenutensilien ausgestattet, alte Metallgehäuse von Clusterbomben werden als Stützen für Hütten verwendet und so ein Ding dient auch gut als Kräutergarten...


Ansonsten habe ich wieder abenteuerliche Busfahrten hinter mir. Bei einer ging es einen Feldweg entlang, die Strasse wird hier erst asphaltiert und soll mit 2015 fertig sein, somit gab es auch noch keine Brücken und wir sind durch den Fluss gefahren. Unvorstellbar!
Wir hatten dann auch noch mitten auf der Fahrt einen Platten, aber die waren schnell beim Reifen wechseln und es hat ausgeschaut, als ob sie es nicht zum ersten Mal gemacht haben.

Unter anderem waren auch noch spezielle Gäste an Bord: Schweine. Die wurden einfach in Jutesäcke gepackt, nach unten in den Gepäcksraum gesteckt, noch einen Sack Gemüse oben drauf geschmissen und die Klappe zugemacht. Mich hat es gewundert, das die die Fahrt überlebt haben und grunzend wieder aus dem Bus gekommen sind, ich hab's schon im Schweinehimmel gesehen.

Im Moment bin ich im Süden von Laos, genau in Pakse. Von hier aus ging es für einen Tag auf das Bolaven Plateau, ein Hochland das vor allem für den Tee und den vielfältigen Kaffee (von den Franzosen mitgebracht) bekannt ist und viele verschiedene Bergvölker haben sich hier angesiedelt. Ich habe das erste mal eine Kaffeepflanze gesehen, die Familien in dieser Gegend trocknen Kaffeebohnen entlang der Strasse und wenn man sich einen FAIR TRADE Kaffee kauft kommt das Geld auch wirklich direkt zu den Familien, ansonsten würde denen nicht viel Geld übrigblieben.



Die Landschaft hier ist sehr schön, es gibt viele Wasserfälle und obwohl ich mir gedacht habe, das ich keine Wasserfälle mehr sehen kann, weil ich doch schon einige in den letzten Monaten gesehen habe, waren die echt schön. Vor allem weil die Umgebung auch sehr idylisch ist, mitten im Dschungel und umgeben von kleinen Dörfern.



Wir haben uns dann noch eine Schule angeschaut, beeindruckend wie die Kinder hier Unterricht haben...
Schulgebäude und Schulhof.

Das sind Klassenräume.

Und das ist der "Bäcker".

Die Märkte hier sind auch sehr interessant wie in Thailand, hier mal ein paar Schleckerleien:
Getrocknetes Fleisch vom Schwein oder Rind.

Frösche, denen die Füsse gebrochen werden, damit sie nicht aus den Kübel hüpfen können.

Ein paar leckere Maden...

Man sieht hier auch immer viele Kinder aber auch Erwachsene am Abend gemeinsam Fussballspielen, total super zum Zugucken, vor allem auf welchem Boden die da Spielen und das meistens barfuss. Oft sieht man aber Kinder die sich dann ein Paar Schuhe teilen, einer hat den linken Schuh, ein anderer den rechten Schuh an.



Es geht jetzt dann noch weiter in den Süden, auf die 4000 Inseln, das ist ein Gebiet wo sich der Mekong Fluss in mehrere Kanäle teilt und es hier mehrer hundert Inseln gibt. Das nächste Mal werde ich dann schon von Kambodscha berichten, wohin es dann nach den 4000 Inseln hingeht.